Der Euro – vom Teuro zum Ruino !

Bewahrheitet sich jetzt, wovor die Kritiker schon in der Geburtsstunde des Euro gewarnt hatten? Dass dieses Projekt eine Todgeburt ist, von vornherein dazu verurteilt, schon nach wenigen Jahren zu scheitern? Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU), die als Motor der europäischen Einigung die Vorstufe zur politischen Union als Bundesstaat sein sollte, droht in den Strudeln einer nicht mehr beherrschbaren finanziellen und sozialen Flutwelle unterzugehen. Eine Reihe von EU-Staaten von Osteuropa über das Mittelmeer bis zur irischen Insel befinden sich entweder bereits in einer Depression, die sehr an die 1930er Jahre erinnert, oder stehen kurz davor. Das gesellschaftliche Gefüge Griechenlands beginnt sich aufzulösen, schon bevor die bittere Medizin der Kürzungen und Steuererhöhungen verabreicht wurde. Jedes dieser Länder mit einer schlecht beratenen Wirtschaftspoltitik, die ihnen von den machthabenden Eliten aufgezwungen wurde, die von der fixen Idee einer Währungsunion bessesen sind, sitzt in der Falle. Euroland wurde zum Völkerkerker. Was in Riga begann – hunderte Demonstranten bahnten sich ihren Weg zum estnischen Finanzministerium und warfen mit Eisbrocken die Scheiben ein, andere drangen in das Parlamentsgebäude ein und ließen dort ihrer Wut über Kürzungen und Steuererhöhungen freien Lauf, setzte sich in Wilna fort. In Litauen feuerte Mitte Januar Bereitschaftspolizei mit Gummigeschossen in einen Marsch von Gewerkschaftlern. Polizeihunde jagten versprengte Demonstranten in den Fluss. Eine Demonstration vor dem Parlamentgebäude in der bulgarischen Hauptstadt Sofia endete gewaltsam. Diese drei Staaten sind Mitglieder des Wechselkursmechanismus, der Vorarrestzelle des Euro. Beitreten müssen sie. So steht es in ihren EU-Verträgen. Die Iren zahlen jetzt mit Arbeitslosigkeit, Steuererhöhungen und drastischen Lohnsenkungen die Zeche für die Jahre billigen Geldes. Spanien hat im Jahr 2008 allein eine Million Arbeitsplätze verloren und steuert auf eine Arbeitslosenquote von 25 % zu. Die Logik der EWWU-Deflation erzwingt Jahr für Jahr einen Rückgang der Löhne und Gehälter. Ein Teil der französischen Linken kämpft gegen „die kapitalistische Euro-Diktatur“. Das italienische Finanzministerium schaut jedem Termin, zu dem es seine Anleihen an den Markt bringt, mit Bangen entgegen und fragt sich, ob es in diesem Jahr 200 Mrd. Euro neuer Schuldverschreibungen am Markt unterbringen kann. Die Schlinge der Schuldenspirale des Zinseszins zieht sich immer enger, bis Rom die Luft ausgeht. Die italienischen Journalisten schreiben schon in Anlehnung an den beinahe Staatsbankrott Mexikos 1994/95 von der Tequila-Krise Europas. Damit meinen sie, dass die Kapitalflucht aus den Club-Med-Ländern unaufhaltsam ist. Festwechselkurssysteme wie das glorifizierte EWWU-System zerbrechen ganz plötzlich, wenngleich die Lage lange Zeit ganz ruhig aussehen mag. Griechenland traut sich nicht mehr, zur Finanzierung seiner Verbindlichkeiten langfristige Anleihen an den Markt zu bringen. Anfang Januar verkaufte es 2,5 Mrd. Euro als Kurzläufer, größtenteils mit einer Laufzeit von drei oder sechs Monaten. Das ist ein gefährliches Spiel. Es birgt das Risiko des Scheiterns der Verlängerung im weiteren Jahresverlauf. Die Hedgefonds-Haie ziehen schon ihre Kreise. Die Wertpapierhändler argwöhnen, die Investoren hätten ihre Club Med und irischen Schuldverschreibungen sofort in Pensionsgeschäften bei der Europäischen Zentralbank abgeladen. In anderen Worten: Die EZB führt bereits jetzt insgeheim eine Rettungsaktion für die europäischen Staaten durch. Eine EU-Schuldenunion wird begründet, gegen EU-Recht. Die Schulden werden ohne Aufsehen dem deutschen Steuerzahler aufgebürdet. Was geschieht, wenn die hart arbeitenden Deutschen das herausfinden?

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe: Der Euro im Jahr 11 – eine Bilanz.

Wir danken Andreas Hofer für diesen Artikel !

Advertisements

Veröffentlicht am 5. März 2010, in EUROPA. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Betr. Litauen ein bisschen dick aufgetragen!

  2. Leider haben sich die rägen Deutschen damals die Mark auch ohne Widerstand nehmen un d sich in die EUSSR pressen lassen. Das war bereits eine WÄHRUNGSREFORM zuungunsten der Deutschen.
    Diesmal wird alles zerbrechen. Und wetten das man wie im Falle des II. Weltkrieges wieder alles auf Deutschland schieben wird! Auch wenn die anderen zwei Jahrzehnte hervorragend von uns gelebt haben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: