Der arme Migrant – von Karl Hammer

Der linke Mainstream gehört, wie das meiste im Abendland, zum Erbe der christlich-jüdischen Kultur, wiewohl er oder auch gerade weil er dieses in vielfacher Weise bekämpft. Die Feststellung dieser Zugehörigkeit ist in diesem Fall allerdings keineswegs als Kompliment gemeint! In seinem mittlerweile über 200 Jahre andauernden Kampf gegen alles Christliche und Abendländische, hat dieses politische Lager, das mittlerweile beinahe unumschränkt herrscht, all jene negativen Züge dessen angenommen, was es in anachronistischer Weise immer noch als Gegner definiert. So sind stures, betoniertes Denken in unveränderlichen Dogmen und die Ausrufung der Inquisition bei Verletzung derselben durch ketzerische Selbstdenker auffällige Kennzeichen dieser Denkrichtung. Eines der am sturesten behaupteten und mit Klauen und Zähnen verteidigten Dogmen ist das vom „armen Migranten“: Der Migrant ist per se ein armes Schwein, das unser aller Mitleid verdient, weil er seine Heimat verlassen musste. Schuld daran sind wir. Letzteres sagt man zwar nicht immer explizit, aber die Pädagogik des schlechten Gewissens suggeriert dies unterschwellig, damit klar ist, dass wir jeden, aber auch wirklich jeden, – außer erfolgreichen Unternehmern natürlich -, bei uns aufnehmen müssen, auch wenn es bärtige Islamisten sind, die schon überall auf der Welt den Menschen  mit „Tod den Ungläubigen“ gedroht oder gar schon ein wenig in diesem Hobby geübt haben (Stichwort Kurnaz). Sodann müssen wir den traumatisierten „Wanderer“ in Kuscheldecken einhüllen und das bedeutet, dass wir uns seiner Kultur öffnen und aus seiner Situation heraus seine Angewohnheiten (wie z.B. Müll aus dem Fenster werfen) als wertvolle kulturelle Bereicherung und Ausdruck seiner Identität wertschätzen müssen. Als einsamer Mensch in der Fremde (auch wenn er unter 40 000 Seines-gleichen wohnt, wie in manchen Gegenden) hat er grundsätzlich Anspruch darauf, seine kulturelle und nationale Identität beizubehalten und an seine Kinder weiterzugeben. Damit dies auch gewährleistet ist, verheiratet er sie am allerliebsten an unverbrauchte Verwandte aus der Heimat, die noch nicht von unserer Schlechtigkeit verseucht sind. Wer von uns hingegen seine eigene deutsche Kultur im eigenen Land nicht einfach liebend gerne aufgibt, und nicht am besten gleich Türkisch lernt, um seinen neuen Mitbürgern ein wenig entgegen zu kommen, sich nicht gründlich mit dem Ramadan auseinandersetzt und gar darauf besteht, dass mitten in Deutschland Deutsch gesprochen wird, der muss ein übler Nazi sein.
Nun, das eigentlich interessante ist aber eine ganz besondere Seite dieser Sicht. Denn einerseits ist diese fremde Kultur heilig. Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschenwürde, hat Recep Tayyip Erdogan gesagt und damit den Grünen / B 90 aus der Seele gesprochen. Diese andere Kultur ist unter allen Umständen schützenswert, eine einzige Bereicherung für uns und für den Migranten absolut lebensnotwendig. Ständig gibt es irgendwelche spannenden Entdeckungen zu machen, die uns von den jeweiligen Propaganda-Formaten der diversen Multikulti-Gehinrwäschemedien unter die Nase gerieben werden, wie z.B. gaaanz dolle Baklava-Bäckereien in Berlin-Kreuzberg, neue Hijab-Modedesignerinnen und andere Dinge nach denen wir uns immer schon so sehr gesehnt haben. Ein besonders gelungenes Beispiel war einmal im interkulturellen Magazin des Nachrichtenfilters „B5 aktuell“ zu hören: anlässlich unseres Nationalfeiertages, also des Tages der offenen Moschee am 3. Oktober, sagte eine Besucherin in irgendeiner Schlag-micht-tot-Moschee, offensichtlich schwer beeindruckt, dass sie gar nicht gewusst habe, wie schwer doch so ein Kopftuch zu binden sei. – Na dann ist ja alles in bester Ordnung! Wenn es so schwer ist, ein Kopftuch zu binden, dann kann es ja nur gut sein, wenn möglichst viele Frauen eines tragen. Wo sie doch auch so modisch bunt sind!
Für die meisten Multikulturalisten erschöpft sich Kultur übrigens in Fastfood. Durch die Italiener in Deutschland sind wir vor allem mit Pizza ungemein „kulturell“ bereichert worden, nicht etwa durch die Musik eines Orlando di Lasso, die Architektur eines Agostino Barelli o.ä.. Dementsprechend weisen uns diese Leute auch immer auf den Döner hin (vermutlich aus Verlegenheit in Bezug auf manche Kulturen).
Andererseits, wenn man fragt, welche Unterschiede sich nun durch die verschiedenen – doch so ungemein erhaltenswerten –  Kulturen in Mentalität, Verhalten und Wertvorstellungen ergeben, wird man mit der interessanten Tatsache konfrontiert, dass nun schon die Behauptung einer solchen Kultur reinster Rassismus sei. Zu behaupten, dass eine solche Kultur eigene Wertvorstellungen mit ihren eigenen dazugehörigen Verhaltensweisen hervorbringe – vor allem, wenn es sich um für uns problematische Verhaltensweisen handelt – ja, dass es überhaupt so etwas wie eine von der unseren abweichende Kultur gibt, wird als Vorurteil bekämpft. Plötzlich haben wir es nicht mehr mit Menschen aus anderen Kulturen, sondern nur noch mit „Individuen“ und „Einzelfällen“ zu tun. Von dem Islam oder den Türken zu sprechen ist dann total Autobahn. Diese Kulturen scheinen leere Hülsen zu sein, die nichts bewirken, sondern eher als eine Art Dauerfasching aufzufassen sind.
Was für die je nach Bedürfnislage mal zu respektierenden, mal als Hirngespinst abzulehnenden Kulturen gilt, gilt ebenso für die Migranten und ihre Handlungen im Einzelnen. Der Migrant ist per se nicht für seine Handlungen verantwortlich. Verantwortlich ist immer die „Mehrheitsgesellschaft“, also wir. Der Multikulturalist benutzt auch gerne in diesem Zusammenhang das Pronomen „wir“, meint damit aber ausdrücklich nicht sich selbst, sondern den Rest der Gesellschaft, dem er postmoderne Moral beibringen muss. Wenn also demnächst mal wieder jemand zu Ihnen sagt, dass wir die Schuld an der Integrationsmisere tragen, dann fragen Sie ihn doch, welchen Anteil er selbst konkret daran hat.
Der Migrant agiert nicht, er reagiert nur: auf die ständigen Diskriminierungen, auf seine soziale Benachteiligung, die Kälte der aufnehmenden Gesellschaft. Er scheint selbst weder Persönlichkeit noch Charakter, noch irgendeine kulturelle Prägung zu haben, die Einfluss auf seine Handlungen nehmen, sondern er ist ein ferngesteuerter Zombie, ein Opferrollen-Automat, der lediglich aufgrund der vorgefundenen Situation im bösen, bösen Europa allgemein und im superbösen Deutschland im Speziellen so und nicht anders reagieren muss. Dementsprechend finden sich die Stellschrauben bei uns: wenn wir alle ganz, ganz lieb zu unseren Migranten sind, dann werden auch sie sich ganz lieb verhalten. Nun sagen Sie, sie hätten noch nie jemanden wegen seiner Herkunft, seiner Religion oder seiner Hautfarbe diskriminiert, beleidigt oder oder ihm gar Schlimmes angetan, bemühten sich, zu jedermann freundlich zu sein und dennoch widerfahre Ihnen von seiten bestimmter „Individuen“, die bevorzugt in Gruppen auftreten, immer wieder Unangenehmes? Sie wurden in der U-Bahn bedroht, beobachteten, wie ihre Nachbarin beleidigt und bespuckt wurde? Sie haben schulpflichtige Kinder, die Ihnen Dinge berichten, die man lieber nicht glauben will? Tut mir leid, dann muss ich Sie rügen. Sie haben noch nicht die richtige Einstellung: Sie müssen sich bemühen, – seien Sie noch entgegenkommender! Oder wie der österreichische Psychologe Paul Watzlawik es (ironisch) formulierte: „Mehr von demselben!“ Irgendwann, in einer fernen Zukunft, wenn alle sich endlich richtig verhalten, wird dann alles gut.
So stehen wir vor der nicht unkomischen Situation, dass es vor allem die Gegner der ungesteuerten Masseneinwanderung und die vielgescholtenen Islamkritiker sind, die die Migranten als Personen ernst nehmen, ihnen eigene Verantwortung und eigene, bewusste Entscheidungen zutrauen und auch deren andere Kultur als ein real existierendes Phänomen ernstnehmen. Die davon ausgehen, dass sie eine eigene Kultur haben, die tatsächlich das Leben, die Einstellung und die Entscheidungen dieser Menschen im Alltag prägen – und – dass eine Kultur in der Tat völlig anders sein kann als unsere, was selbstverständlich zu Folge haben kann, dass ihre zentralen Werte den unseren diametral entgegenstehen. In der Regel haben diese Kritiker auch klare, sachliche und logische Argumente. Solche, die nachvollziehbar sind und die von der täglichen Erfahrung vieler Menschen, nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch anderswo auf der Welt, wie etwa in Russland, in Südthailand oder auf den Philippinen gestützt werden. Einzelne Schwachköpfe wie der Bücherverbrenner Terry Jones, die als Trittbrettfahrer auf den Plan treten, um mit Aktionen, die eher zur Gegenseite passen, persönliche Aufmerksamkeit zu erlangen, können über diese Grundtatsache keineswegs hinwegtäuschen.
Auf der Seite der Islamapologeten hingegen sieht es oft finster aus. Um ihre Ideologie zu retten, müssen sie auf verdrehte Argumentationen zurückgreifen, die sich oft hanebüchen widersprechen. Die Idee von der Gleichberechtigung der Frau, der Allgemeingültigkeit der Gesetze in einem Rechtsstaat, oder dass vor dem Gesetz alle gleich seien, das Prinzip, auch harte Kontroversen friedlich und ohne (Bomben- oder Straßen-)Gewalt auszutragen sind dann auf einmal mindestens rechtspopulistisch, wenn nicht rechtsextrem oder es wird unterstellt, dass diejenigen, die auch dem Islam gegenüber auf diesen Prinzipien bestehen, diese nur vorschützten und ihre wahren, natürlich faschistoiden Absichten verheimlichen würden. Plötzlich wird das Kopftuch zum Symbol der Befreiung der Frau und das behauptete Recht, seine Kinder in eine islamische Lebenswelt zu zwingen, sie zwangszuverheiraten und von allerhand Dingen in unserer Gesellschaft auszuschließen, ist dann Ausdruck von Religionsfreiheit.

Besonders schlimm wird es dann, wenn die Streiter für ideologische Realitätsverweigerung versuchen, den Menschen ihre eigene Wahrnehmung abzusprechen und zu verhindern, dass diese aus ihrem tatsächlichen (nicht gelesenen oder gedachten) Leben eigene Schlüsse ziehen. Dann wird uns immer und immer wieder erzählt, dass der Himmel grün ist obwohl jeder nur einen Blick aus dem Fenster werfen muss, um zu sehen, dass er in Wirklichkeit blau ist. Wahr hat zu sein, was uns diese Ideologen erzählen, hingegen das zu glauben, was wir – mittlerweile beileibe micht mehr als Einzelfall – täglich erleben, ist „rassistische“ Pauschalisierung; ihre aus ihren Dogmen abgeleiteten Voruteile zu glauben soll rational sein, sich empirisch an die Realität zu halten hingegen ist „Vorurteil“. Schöne neue Welt!
Man möchte den Menschen zurufen: Ja, es ist wirklich wahr, was Ihr seht und: zählt eins und eins zusammen!

Karl Hammer

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Veröffentlicht am 23. Oktober 2010 in PRO Bewegung und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Sehr geehrter Herr Hammer,

    ich möchte Ihnen für diesen Artikel aufrichtig gratulieren.
    Schade, dass er nur auf der Probayern HP zu lesen ist und somit nur von einer geringen Zahl von Menschen gelesen werden kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Edda Dietz

  2. Super guter Artikel!
    Den Terry Jones fand ich allerdings nützlich, weil mit seiner spektakulären Ankündigung viele Menschen auf den Islam aufmerksam wurden und angefangen haben, sich zu informieren. Viele Menschen, die vorher keine Ahnung hatten, und der weitverbreiteten Lüge geglaubt hatten, Islam sei eine Religion.
    Mit freundlichen Grüssen
    Lotti

  3. @pro Bayern

    Veröffentlichen Sie doch diese Beiträge auch auf Facebook.

    @Ausländer

    Integration = Assimilation; wem dies nicht passt, kann jederzeit Deutschland verlassen.

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