Milliarden für Irland

Nun also doch: Irland schlüpft unter den „Rettungsschirm“ der Europäischen Union. Das Land erhält Milliardenbeträge von der EU zur Abwendung einer Liquiditätsklemme. Rückzahlbar im Zweifel zu St. Nimmerlein. Faktisch bedeutet das: Die Europäische Zentralbank druckt Geld, um die Wirtschaft anzukurbeln. Allerdings – anders als die deutsche Notenbank in den 20er Jahren – durchaus kontrolliert und flankiert von wirtschaftlichen Kontrollmaßnahmen, die die Griechen … pardon, diesmal die Iren, zum Sparen zwingen sollen.
Deren Problem ist von systematischer Natur und lässt sich volkswirtschaftlich sinnvoll nur im Rahmen einer Niedrigzinspolitik der Notenbank lösen, die die EZB mit Rücksicht auf die Stabilität der mittel- und nordeuropäischen Volkswirtschaften nicht verantworten kann: Die Iren produzieren zu wenig international nachgefragte Industriegüter, die indessen im eigenen Land durchaus genauso dringend benötigt werden wie in Deutschland oder Frankreich und also importiert werden müssen. Das schafft eine Schieflage, die sich mit Krediten nicht ausgleichen lässt.

Ausweg: Die Auflösung der Währungsunion. Niedrige Zinsen für Irland, Portugal, Spanien, Griechenland, Italien. Deren Exportgüter verbilligen sich folgerichtig. Stabile Zinsen für Deutschland, Frankreich, Großbritannien, usw.

Leider sind die politisch Verantwortlichen in Straßburg und Brüssel bislang noch nicht bereit, diesen Ausweg zu beschreiten.

Folge stattdessen: Je mehr Einheiten einer Währung – kreditiert oder geschenkt – in Umlauf kommen, desto weniger sind alle insgesamt umlaufenden Einheiten dieser Währung im Verhältnis zu Sachgütern (wie z.B. Rohöl oder Edelmetallen) wert. Die Rohstoffe verteuern sich. Ihr hoher Preis würgt irgendwann die Realwirtschaft ab und ruft den nächsten wirtschaftlichen Einbruch hervor. – Hauptverantwortlich ist dafür derzeit im weltweiten Maßstab allerdings die amerikanische Federal Reserve, die Geld druckt, bis es kracht.

Und das wird es dann auch früher oder später.

Advertisements

Veröffentlicht am 24. November 2010 in EUROPA und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: