PRO in Bayern: Gegen Lohndumping – Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Arbeit als Ramschware. Die Zeitarbeitsbranche wird 2011 erstmals über eine Million Beschäftigte aufweisen können. Zeitarbeiter verdienen oft ein Drittel weniger als die Stammbelegschaft. Der angebliche Aufschwung geht somit am Volk vorbei, weil nur jene Branche der gering bezahlten Zeitarbeit richtig „boomt“. Ein neu eingestellter Mitarbeiter hat – falls überhaupt noch althergebrachte Neueinstellungen stattfinden – ab dem ersten Tag Anspruch auf den vollen Lohn. Mit keinem Argument konnte bislang FDP und CDU/CSU darlegen, warum dann dies für Zeitarbeiter nicht gelten solle. In völler Unwissenheit und Volksverdummungsmanier wird seitens der Regierung oft darauf verwiesen, daß die „Zeitarbeiter“ ja vorher oft keine Arbeit hatten und Sie somit eine neue Chance auf den regulären Arbeitsmarkt erhalten. Das die Firmen regulär Beschäftigte zuvor oft in die Arbeitslosigkeit entlassen hätten, erwähnen Sie mit keinen Wort oder unterstützen dies indirekt, in dem Sie sogar noch verstärkt für einen sogenannten „flexiblenArbeitsmarkt (vgl. bayrischer Wirtschaftsminister CSU) eintreten und zusätzlich sogar noch den Mindestlohn ablehnen. Die Bürgerbewegung PRO Bayern fordert, daß Zeitarbeiter ab dem ersten Tag den gleichen Lohn erhalten müssen, wie Festangestellte. Auf keinen Fall darf es hier einen faulen Kompromiss geben, der vorsieht, daß Zeitarbeiter „irgendwann“, z.B. erst nach sechs Monaten oder einem Jahr den gleichen Lohn erhalten. Es ist doch hinreichend bekannt, daß viele Neueinstellungen nur noch befristet oder auf Zeit stattfinden, und es ist bekannt, daß die Möglichkeit besteht für die Unternehmen, sich nach sechs Monaten oder einem Jahr einfach einen neuen Zeitarbeiter zu holen, und somit nie den „vollen Lohn“ wie für die Stammbelegschaft zu zahlen. „Wer Gesetzeslücken schließen will, muss Gerechtigkeit ab dem ersten Tag schaffen“ begründet dies Stefan Werner von der Bürgerbewegung PRO Bayern.  Es wird immer deutlicher, daß die CSU/CDU und FDP- Regierungskoalition die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer völlig außer Acht gelassen hat. Während früher die Kosten der Krankenversicherung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern fair geteilt wurden, sollen die kommenden Beitragsteigerungen* nur noch die Arbeitnehmer zahlen, weil der Arbeitgeberkrankenversicherungsbeitrag gedeckelt wurde. Der „Grund“: Mehr Eigenverantwortung.  Zusätzlich wurde der Arbeitslosenversicherungsbeitrag 2011  von 2,8 auf 3,0%  angehoben, obwohl doch angeblich die „Arbeitslosigkeit“ sinkt. Langsam wird es jedem Bürger klar: FDP und CSU/CDU bedeuten: Mehr Netto von deinem Brutto! Mehr Geringverdiener statt faire und gleiche Löhne. Die Unterschiede zwischen Merkel und Seehofers Auffassungen zur „Sozial- und Arbeitsmarktpolitik“ und  den Auffassungen von PRO Bayern sind somit für jedermann klar erkennbar. Jeder kann sich somit selbst Gedanken machen, was wirklich „christlich“ und „sozial“ ist.

*Warum steigen die Beiträge? Unsere Krankenversicherungsbeiträge wandern u.a. in die Türkei.

Weiterführend: Ab 01.05.2011 werden  Zeitarbeitsfirmen aus dem Osten  nach Deutschland drängen.

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Veröffentlicht am 21. Januar 2011 in HEIMAT, PRO und mit , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Zeitarbeit ist Frohnarbeit, sie gehört abgeschafft und ist unnötig wie ein Kropf.
    Kleine Betriebe können auch ohne Zeitarbeit Mitarbeiter gewinnen, wenn die Arbeitsagentur funktioniert. Auch das Los werden ist für kleine Betriebe bis 10 Mitarbeiter kein Problem.
    Größere Betriebe könnten durch Lockerung der Kündigungsregelungen auch in diesen Genuss kommen. Viele Betriebe unterliegen einem Tarifvertrag, der die Gleichbehandlung aller Arbeitnehmer regelt und ein Einkommen zusichert. Betriebe die nicht Tarifvertraglich gebunden sind müssen einen Mindestlohn zahlen. Dann braucht man die Zeitarbeit nicht, die unsozial ist (man spart sich Urlaubstage, Krankengeld und andere soziale Privilege, die mit den Gewerkschaften einst erkämpfte.) Auch werden durch Leiharbeit Familien getrennt, weil Zeitarbeiter in ganz Deutschland verschickt werden. Dies ist zudem äußerst unökologisch. Zeitarbeit gehört abgeschafft. Mir konnte noch keiner sagen, was Zeitarbeit bringt, außer, dass die Arbeitnehmer ausgebeutet werden und eine weitere Firma an ihnen verdient.

  2. Gute Ergänzung, Herr Keller. Klasse.

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